
Der ein oder andere möchte mir bestimmt schon nach dieser Aussage am liebsten die Hände abhacken, damit ich den Artikel nicht zu Ende schreiben kann.
Der Grund hierfür liegt in der Annahme, dass die meisten Leute glauben der Inhalt einer Seite allein würde ihr zu Ruhm und Ansehen im World Wide Web verhelfen.
Daraus ist mittlerweile eine Art „Internetbewegung“ geworden, deren Anhänger den Leitsatz „Content is King“ vertreten, also der Inhalt einer Seite sei das wichtigste.
Das mag sicherlich teilweise auch heute noch zutreffen, jedoch stellt sich die Frage “Wer liest diesen tollen Inhalt, wenn er nicht gefunden wird?“.
Web 2.0 und Social Networks
In der heutigen Zeit, wo das Internet immer schneller in seiner Entwicklung voranschreitet und das Web 2.0 uns täglich mit neuen Inhalten bombardiert, ist der Wettbewerb um die Leser im vollen Gange.
Jeder versucht die Aufmerksamkeit der Webnutzer irgendwie auf sich zu lenken, um nicht zuletzt mehr Besucher auf die eigene Webseite zu locken und somit den möglichen Profit zu erhöhen.
An dieser Stelle kommen die sogenannten „social networks“ ins Spiel.
Wer kann sich heutzutage noch ein Web ohne Twitter, Facebook oder StudiVZ vorstellen?Fast keiner mehr! Wobei diese Branche noch sehr jung ist und eine Menge Potential besitzt, nicht zuletzt für uns Blogger.
Die „social networks“ finden nur deshalb so regen Anklang, weil die User informiert „werden“ wollen, anstatt sich selbst auf die Suche nach Informationen zu machen. Das ist das Grundprinzip des Web 2.0, die Informationen stammen von uns und kommen zu uns, nicht anders herum.
Wer aber bestimmt darüber, welche Informationen lesenswert sind? Ganz genau, es sind die Internetnutzer, du und ich. Indem man sich aktiv an den „social networks“ beteiligt, kann man auch mitbestimmen, was anderen für Informationen zufließen. Denn was vielen gefällt, kann für einen selbst auch nicht verkehrt sein, werden die meisten denken.
Simples Beispiel
Frau K. hat den Wunsch eine eigene Bäckerei zu eröffnen, weil sie der Meinung ist, dass ihre selbstgemachten Brötchen weit und breit die aller Besten seien.
Frau K. ist zuversichtlich und glaubt, die Kundschaft werde ihre die Bude nur so einrennen, wenn sie erst einmal loslegt.
Es vergehen 2 Wochen, 4 Wochen und Frau K. ist verbittert und enttäuscht, denn es kommen kaum Kunden um ihre göttlichen Brötchen zu kaufen. Nach 2 Monaten gibt Frau K. auf und schließt ihre Bäckerei.
„Was ist passiert?“
Nun, eigentlich nichts weltbewegendes, irgendwo ist eine Bäckerei geschlossen worden.
Und genau das passiert Tag ein Tag aus auch im Web mit Blogs und Webseiten, die von ihren Besitzern im Stich gelassen werden, weil sie nicht die erwünschten Resultate hervorbringen, sprich die Leser bleiben aus.
Der Grund für das Scheitern liegt klar auf der Hand. Die Motivation das Projekt weiterzuführen fehlt, weil scheinbar niemand das „Produkt“ was man anbietet haben will, auch wenn es noch so einzigartig und hochwertig ist.
Ich sage bewusst „scheinbar“, denn in Wirklichkeit wären bestimmt viele Menschen an dem interessiert gewesen, was Frau K. oder der Blogger im Angebot gehabt haben, NUR wusste niemand über deren Existenz Bescheid.
Mit Traffic wäre das nicht passiert
Wenn du immer noch glaubst, dass Inhalt allein deinen Blog bekannt machen wird, so kannst du genauso gut deine Zeit im Wald damit verbringen Unmengen an Holz zu hacken, denn dort wird auch keiner Kenntnis von deiner harten Arbeit nehmen.
Stellt euch vor, Frau K. hätte, anstatt auf den Besucherstrom zu warten, aktiv daran gearbeitet ihn zu sich zu holen, indem sie z.B. von Tür zu Tür gegangen wäre und Produktproben verteilt hätte.
Glaubt ihr die Leute würden darüber nicht reden? Und ob sie es tun würden, mit Bekannten, Freunden und Nachbarn. Siehe da, Frau K. hat sich und ihre Bäckerei ins Gespräch gebracht und somit sicherlich den ein oder anderen Kunden für sich gewinnen können.
Nun würde Frau K. nicht ruhen und sogar eine Eröffnungsfeier für ihre Bäckerei veranstalten und alle dazu einladen. Dies würde sich wiederum unter den Leuten rumsprechen. Auch wenn Frau K. nur 5% der Besucher für sich gewinnen kann, ist das Gold wert.
Denn jeder neue „Besucher“, der auch zum treuen Leser wird, hat großes Potential deinen Blog bekannt zu machen. Was ist ein Anführer ohne Anhänger? Richtig, eben nur ein niemand mit einer tollen Idee. Deswegen sei an dieser Stelle nochmals gesagt, dass man mit seinen „Lesern“ stets korrekt und respektvoll umgehen sollte.
Andere Leute werden deinen Lesern folgen und ebenfalls ihr Interesse an deinem Inhalt bekunden und diesen verbreiten. Denn Menschen neigen dazu alles was auf großen Anklang stößt auch als „gut“ einzustufen. Außerdem möchte man einen Trend ja nicht verpassen, sodass man immer mitreden kann.
Bevor du dich versiehst, hast du eine solide Stammleserbasis aufgebaut und dein Wort wird quasi via Autopilot bekannt.
STOP! Natürlich klingt das klasse und ist ein erstrebenswertes Ziel eines jeden Blogger, doch will ich betonen, dass dieser Erfolg einen Preis hat. Dieser Preis heißt Geduld und teilt sich den Platz mit seinem großen Bruder Ausdauer.
Wenn ihr also nicht so Enden wollt wie Frau K., empfehle ich euch aktiv zu werden und die Chancen und Möglichkeiten des Web 2.0 zu nutzen, denn noch nie war es so einfach Aufmerksamkeit zu erlangen.
Traffic erzeugen und sich gleichzeitig vernetzen
Kommen wir nun zu der brennenden Frage wie man Traffic erzeugt und potentielle Leser auf seinen Blog holt.
Suchmaschinen
Suchmaschinen sind gerade für neue Webseiten der Trafficlieferant schlecht hin. Denn wenn niemand deinen Blog kennt, kann auch keiner darüber berichten und anderen weitersagen. Deswegen ist sehr wichtig sich bei allen Suchmaschinen anzumelden und die nötigen Schritte einzuleiten, um schnellstmöglich aufgenommen und somit gefunden zu werden.
Hinweis
In dem Artikel Website bei Suchmaschinen indizieren wird Schritt für Schritt erklärt wie man seine neue Seite bei den Suchmaschinen anmeldet und veröffentlicht bekommt.
Nutze die sozialen Netzwerke
Neben den Suchmaschinen stellen die „social networks“ eine der größten Traffic Quellen überhaupt dar und ihr Einfluss wird immer stärker. Deswegen sollte man sich bei allen großen Netzwerken sowie Verzeichnissen anmelden und somit seinen Inhalt publik zu machen. Dies kann ein langwieriger Prozess werden, denn gerade am Anfang wird die eigene Stimme nicht ausreichen, um den Inhalt wirklich bekannt zu machen.
Sobald man jedoch die ersten paar Monate überstanden hat und am Ball geblieben ist wird sich die Mühe gelohnt haben und man wird durch das „Voten“ von Lesern so manch einen Trafficansturm erleben.
Die wichtigsten Netzwerke im Überblick
Tipp
Jürgen Schnick von Erfolgs-Blogging.de hat einen sehr ausführlichen Artikel zur Anwendung und zum Umgang von sozialen Netzwerken geschrieben. Kann ich nur empfehlen.
Vernetz dich mit anderen Bloggern
Eine der wichtigsten bestimmt auch rentabelsten Vorgehensweise, um auf sich aufmerksam zu machen, ist die Kontaktaufnahme zu anderen Bloggern in der eigenen Szene.
Denn diese sind meist schon etabliert und haben eine feste Stammleserbasis, die auch deine werden könnte.
Sei freundlich und beteilige dich an Diskussion via E-mail oder durch ausführliche Kommentare zu den einzelnen Artikeln. So kannst du z.B. in einer E-mail um eine Diskussion bezüglich Thema X bitten oder einen Themenvorschlag für seinen nächsten Artikel äußern.
Mach dich interessant und du wirst auch wahrgenommen.
Auch Gastartikel sind eine Möglichkeit um neue Leser und Traffic auf den Blog zu holen. Schreib die großen in deiner Szene einfach an und frag freundlich, ob du einen Gastartikel über Thema X schreiben könntest. Solltest du beim ersten Mal abgelehnt werden, nicht aufgeben, probier es einfach zu einem späteren Zeitpunkt mit einem anderen Thema einfach erneut.
Ein anderer Weg um auf sich aufmerksam zu machen stellt das Verlinken auf die Blogs von deinen Vorbildern dar. Sei es in einem Blogroll oder ein direkter Verweis in einem deiner Artikel auf eine Information von ihnen. Dann heißt es hoffen, dass der Blogger durch einen Trackback oder durch seine Trafficauswertung von dir wahrgenommen wird und vielleicht sogar einen Kommentar auf deinem Blog hinterlässt. Wenn das passiert, hast du eine gute Ausgangslage, um mit ihm in Kontakt zu treten.
Auch die „social networks“ können dir bei der Kontaktaufnahme behilflich sein. Bewerte dein Zielobjekt bei den bekannten „social networks“ wieTwitter und Facebook und vote für ihre Artikel. Zwar ist die Wahrscheinlichkeit nicht allzu groß wahrgenommen zu werden, doch zeugt dies von sozialem Bewusstsein und wird immer gern gesehen.
Ein King braucht stets eine Queen
Auch wenn der Traffic eine sehr wichtige Rolle spielt, denn er sorgt ja erst dafür, dass dein Blog besucht wird, so ist Traffic ohne guten Inhalt nichts wert. Dein Blog kann täglich von 10.000 Nutzern besucht werden, wenn sich am Ende keiner dieser Besucher einen einzigen Artikel durchließt und du nach 1 Monat keinen Kommentar bekommen hast, dann weißt du, dass du entweder deine Trafficpolitik oder die Qualität deiner Artikel überdenken muss.
Denn um einen Besucher langfristig an sich und seinen Blog zu binden ist guter Inhalt unerlässlich. Gerade in der Anfangsphase eines Blogs sollte man sich daher von der besten Seite zeigen und auch sofort mit seinen Besuchern in Kontakt treten, wenn diese z.B. einen Trackback oder Kommentar hinterlassen.
Abschluss – Also ist Content doch King?
Pauschalisieren lässt sich in diesem Falle nichts. Es kommt immer auf die Art des Blogs und seine Nische an.
Nehmen wir beispielsweise einen Newsblog, so berichtet dieser ja über Ereignisse oder Themen die er von einer anderen Seite aufgenommen hat. Also liegt sein Fokus stärker im Traffic, denn er weiß von vornherein, dass seine Besucher von seiner Seite abspringen werden, ohne sich viel mit seinem Inhalt zu beschäftigen.
Anders wäre es bei einem Blog der über ein spezifisches Thema schreibt, wie z.B. ein Kochblog, bei dem die Leser und Besucher wirklich am originalen Inhalt interessiert sind und deshalb würde hier der Schwerpunkt sicherlich auf dem Content liegen.
Nichtsdestotrotz bleibt die Grundaussage bestehen, dass kein Blog erfolgreich wird, wenn man ihn nicht genügend publik macht.
Es ist ein langer und anspruchsvoller Weg bis man sich ein TopBlog aufgebaut hat, da können schon gut und gerne, je nach Thema und Vermarktung, 1-2 Jahre vergehen.
Nicht umsonst sagen die Topblogger immer wieder „Ausdauer und Konsistenz“ sind die Eigenschaften, die ein Blogger mitbringen muss, wenn er in der Bloggerwelt bestehen will.
Was meint ihr? Wer ist der King, Content oder Traffic?
Eure Meinung ist gefragt!
Solltest du anderer Ansicht sein, wertvolle Informationen oder einfach nur Lob/Kritik bezüglich dieses Themas beisteuern wollen, so bitte ich dich dies in Form eines Kommentars zu tun. Danke.











um 10:48 am 25.04.2010
Hey Niko,
klasse Blog den du hier btreibst, gerade für Neulinge wie mich sicherlich eine der ausführlichsten Quellen. Hoffe es kommen noch mehr Artikel.
In meinen Augen ist Traffic ebenfalls der King. Nicht nur im Cyberspace, sondern auch im realen Leben, sieht man das ein gut platzierter “Hype” so manches Produkt, auch bei mittelmäßiger Qualität, zum Massenmagneten machen kann.
Denn wie du selbst ja schreibst “Was andere haben, will man auch nicht missen”
um 16:02 am 25.04.2010
@timB
Danke für das positive Feedback! Freut mich, dass dir der Inhalt von Blogbetreiber zusagt.
Zum Thema
Ja, da steckt dann im realen Leben nur viel mehr PR Arbeit und Marketing dahinter, aber generell ist die Masse leicht für etwas neues zu gewinnen, solange man ihr vorgaukelt das sie ohne das Produkt nicht leben kann
Gruß Niko
um 19:39 am 27.04.2010
Meiner Meinung nach hast du noch eine wichtige Komponente vergessen, nämlich das Design. Ich würde sagen, interessante Themen bilden die Grundlage eines Blogs. Dann kommen gleichrangig das Marketing (Suchmaschinenoptimierung) und das Design. Oder anders ausgedrückt: Ein guter Blog lebt zu 50 % von Content und zu jeweils 25 % von Marketing und vom Design. Wichtig finde ich auch, dass man zuerst mit dem Content anfängt. Mit Suchmaschinenoptimierung und dem Design kann man sich auch später noch ausführlicher beschäftigen. Wobei man allerdings darauf achten sollte, dass auch dabei die Grundlagen von Anfang an stimmen. Aber für die Feinheiten hat man bei diesen beiden Themen auch noch später Zeit. Deshalb sollte man am Anfang den Schwerpunkt auf guten Content legen.
um 22:57 am 27.04.2010
@Cujo
Danke für deinen sehr ausführliche und hilfreichen Kommentar!
Garkeine Frage, das Design spielt eine tragende Rolle in der Vermarktung eines Blogs.
Ich habe dieses Thema jedoch bewusst nicht einfließen lassen, weil ich dafür einen extra Artikel in Plannung habe. Dieser wird sich mit einer von mir durchgeführten “Studie” beschäftigen, die aufweist, wie ein gutes Design eine Webseite zu mehr Traffic und Usern verhelfen kann.
Gruß Niko
um 16:26 am 28.04.2010
Hallo,
Meiner Meinung nach: “Audience is King”. Traffic macht noch keine Aussage über das Leseverhalten. Content auch nicht, immerhin könnte ein Teil eines Artikels vielleicht interessant sein. Audience ist meiner Meinung nach am wichtigsten. Audience – die Zuhörer / Leserschaft – die einem treu bleiben und die einen dann über die Netzwerke weiterempfehlen.
Gruß,
Stefan
um 16:36 am 28.04.2010
@Stefan
Das Problem mit der Leserschaft ist, dass sie ja erstmal auf den jeweiligen Blog finden muss. Da Leserschaft erst durch die Kombination von Traffic und Content entsteht, würde ich eher sagen “Audience is Princess”. Aber ein sehr interessanter Einwurf von dir an dieser Stelle. Hätte den Titel sicherlich bereichern können
Gruß Niko